Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich jedenfalls bin jetzt Skandal-müde. Erst Amazon, dann Pferdefleisch und nun die Bio-Eier. Zum Glück ist der Papst zurückgetreten, so gibt es schon wieder etwas Neues zu berichten und darüber können wir ganz schnell die anderen Skandale vergessen. Selbst wenn wir auch bei Ikea keine Kött Bullar mehr essen können, sogar der Döner in Verdacht steht, mit Pferd oder gar Schwein angereichert worden zu sein, unser zurückgetretener Papst tourt jetzt durch alle Kanäle. Ob Radio, Fernsehen, Internet, Zeitung auch in den Social Media-Plattformen vergehen kaum fünf Minuten ohne dass nicht einmal etwas über den Papst verbreitet wird.

Jetzt frage ich mich gerade, ob das mit dem Papst nicht auch irgendwie ein Skandal ist, wo er doch er erste Papst der Neuzeit ist, der sein Amt noch vor dem Tod aufgibt.

Was aber beruhigend ist, Frau Aigner hat ganz schnell auf die Lebensmittel-Pferdereien reagiert. In Zukunft müssen die Fälscher genau angeben, wann sie die Etiketten gefälscht haben. Und Bio-Hühner bekommen jetzt grünen Farbstoff ins Futter gemischt, so dass auch nur sie grüne Eier legen können. Wir können uns also beruhigt zurücklehnen und hoffen, dass wir noch mal Papst werden, oder wenigstens Vize-Papst.

Oder doch nicht? Sind doch nicht alle Problemchen gelöst? Sollten möglicherweise in Zukunft noch andere weniger schöne Dinge in den Lebensmitteln gefunden werden? Hat man wirklich schon allen das Handwerk gelegt und für die Zukunft vorgesorgt? Es hatte sich ja auch die Deutsche Bank mal versuchsweise aus den Lebensmittel-Wetten zurückgezogen, um ihr Image aufzupolieren. Doch im Grunde wird weiter gemacht wie vorher. Die Banken spekulieren munter weiter – leider oft auf Kosten des gemeinen Steuerzahlers. Die Landwirtschafts-Industrie behummst uns mit Sicherheit auch (bald) weiter.

Erinnern Sie sich an BSE? Wer von uns weiß denn noch, dass BSE zuerst als Scrapie bei Ziegen und Schafen aufgetreten ist. Man nahm an, dass die Rinder sich mit verunreinigtem Tiermehl angesteckt hatten. Dazu sag ich nur: „Hallo? Rinder und Tiermehl? Rinder sind doch keine Fleischfresser!“ Aber das suchen sich unsere Tiere längst nicht mehr aus. Wir nimmersatten Verbraucher brauchen Massen von Fleisch, wenn die Tiere mit Tiermehl gefüttert werden, sind wir einerseits die unliebsamen Abfälle los. Die Lösung, dass wir kein Fleisch von kranken Tieren essen, liegt ja auch auf der Hand: wir schlachten sie einfach, bevor die Krankheit ausbrechen kann.

Mal ehrlich: so kann es doch nicht weitergehen! Sind wir alle so blind und müde, von den Medien mit dummem Populismus zugedröhnt, dass wir gar nicht mehr sehen, dass die Lösung ganz woanders liegt? Hören wir auf, Massen an Fleisch zu konsumieren. Wenn Sie zu Fleisch greifen, dann gehen Sie auf die Erzeuger-Höfe und kaufen dort ein. Kaufen Sie keine Milch oder Eier mehr aus der Massentierhaltung. Stärken Sie die heimische Wirtschaft und kaufen vor allem regionale Produkte im regionalen Einzelhandel. Machen Sie den Irrsinn doch einfach nicht mehr mit und ignorieren Sie den Aufschrei, der unweigerlich kommen wird, ob der Entlassungen, die dann in der Lebensmittelindustrie erfolgen müssen. Meist handelt es sich dort ohnehin um Arbeitsplätze, die wenig schützenswert sind. Wenn Sie regional kaufen und die regionale Wirtschaft stärken, sorgen Sie aber zugleich für mehr Arbeitsplätze in der Region. Nur nehmen Sie den Global-Unternehmen wie Kraft, Unilever, Procter and Camble ein wenig ihrer Macht.

Wenn Sie Bananen oder Kaffee kaufen, kaufen Sie Fairtrade-Produkte. Damit sorgen sie dafür, dass auch die Bauern im Ursprungsland halbwegs fair bezahlt und nicht mit Pflanzenschutzmittlen vergiftet werden. Gesünder und gar nicht so schwierig ist es, sich seinen Fruchtjoghurt oder seinen Pudding selbst herzustellen. Und tatsächlich wenig aufwändig. Früchte und Joghurt, bei Bedarf etwas Zucker und schon gestalten Sie Ihren eigenen Lieblingsjoghurt. Kalt gerührter Schokopudding gefällig? Milch (ruhig einen Milchersatz aus Pflanzen) nehmen, Kakaopulver und ein wenig Zucker in etwas Milch anrühren, den Rest der Milch dazu, dann Johannesbrotkernmehl einrühren, kurz aufschlagen. Schon ist der (kalte) Pudding fertig. Und Sie allein bestimmen über Zuckergehalt und Qualität des Kakaos!

Ein Kommentar zu „Das Ei des Kolumbus – aber wir wollen die Lösung oft nicht sehen

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