Cross gebratener TofuNoch sind es nicht ganz zwei Jahre, seitdem ich mich vegan ernähre. Der Umstieg damals fiel mir dank der Vegan-for-fit-Challenge wirklich leicht. Da sämtliche Gerichte, also Frühstück, Mittag, Abendessen und sogar Kuchen als Rezept im Buch zu finden sind – und dort quasi keine Ersatzprodukte verwendet werden –, geriet ich nicht einmal in Versuchung. Schade nur, dass Attila Hildmann, Autor des Buches, in der Zwischenzeit so abgehoben ist und auch schade, dass einige Rezepte eher grenzwertig im Geschmacksergebnis waren. Zudem nutzt der Autor extrem viel Mandelmus, welches nicht gerade niedrigpreisig ist. Das Mandelmus kann man sich allerdings auch selbst zubereiten, wenn man nur genügend Zeit und Geduld hat.

Gleichwohl, nach den 30 Tagen Challenge war ich froh, mich anders ernähren zu können. Natürlich habe ich zunächst viele, viele Ersatzprodukte ausprobiert: Seitan, texturiertes Soja, Lupine als Fleischersatz, fertige vegane Würstchen, Käse-Ersatz, Frischkäse-Ersatz, Aufschnitt-Ersatz, Brotaufstriche und dergleichen mehr. Manches schmeckte, anderes wiederum nicht. Während viele Veganer völlig aus dem Häuschen sind, wenn sie MockDock und Co. essen, verzichte ich auf diese Dinge völlig. Einzig und alleine ist bei mir Tofu (auch selbst hergestellter), Tofu-Würstchen (von einem bestimmten Hersteller) sowie texturiertes Soja übrig geblieben – und auch diese Fleischersatzprodukte esse ich sehr selten. Dazu noch ab und an ein veganer Käseersatz, falls ich mal Brötchen oder Brot esse.

Wenn ich also kein oder kaum Brot esse, was esse ich dann? Zum Frühstück meist gekochte Hirse. Mittlerweile koche ich sie in Cashewmilch, die ich mir direkt vor dem Frühstück herstelle, dazu gemustest Obst, welches sich gerade anbietet. Also beispielsweise 1-2 Äpfel, 1 Banane und ein paar Erdbeeren. Oder Birne, Banane und Melone. Ich süße dabei weder die Hirse noch das Obst, weil ich reife Früchte nehme. Diese sind süß genug, finde ich. Wenn es keine gekochte Hirse ist, dann esse ich gerne mal ein Müsli mit frischem Obst, auch hier wieder gerne gemust, weil ich dann einfach mehr davon essen kann, dafür gibt es weniger Hirse oder Flocken.

Mittags koche ich mir meist eine Kleinigkeit. Sehr gerne frisches Gemüse, manchmal mit Beilage, manchmal vor allem das Gemüse. Als Beilage mag ich Kartoffeln, Quinoa, Hirse, Bulgur, Reis oder Dinkelnudeln. Sehr gut schmeckt mir auch gebratener Tofu, den ich je nach Bedarf würze. Und abends gibt es gerade jetzt im Frühjahr ganz viel Salat. Eine große Schüssel voll. Ein Favorit zurzeit bei mir: Rukolasalat mit Birne, Erdbeeren und Walnüssen mit einem Dressing aus Balsamico-Essig, Walnussöl, Kräutern, Salz und Pfeffer und etwas Süße (kleiner Schuss Reissirup, eine halbe Dattel oder so).

Mein Drang, Süßigkeiten essen zu wollen, hat sich extrem reduziert. Allerdings mag auch ich gerne mal ein Eis (am liebsten auf Lupinenbasis) oder Kuchen. Vegane Kuchen und Torten sind übrigens überhaupt kein Problem. Wer sich zum Beginn etwas schwertut, kann auf Ei-Ersatzpulver zurückgreifen. Doch geht es auch anders. Etwas Sojamehl, Sojamilch, Apfelessig, Natron, Banane, geriebener Apfel (oder Apfelmus) seine als Beispiele genannt. Es kommt halt auf den Kuchen an. Auch wenn ich es mir früher nicht vorstellen konnte: auch roh-vegane Kuchen und Torten schmecken hervorragend. Die Böden bestehen aus Nüssen und Datteln und/oder Feigen, vielleicht noch etwas Kokosfett als Basis. Die Creme basiert häufig auf Cashew-Sahne mitunter zusammen mit Avocado. Für Otto-Normalverbraucher hört sich das zunächst sehr gewöhnungsbedürftig an. Doch in der Kombination und mit etwas Durchkühlen schmecken diese Torten und Cupcakes wirklich sehr lecker.

Was mir aber besonders gut gefällt: ich habe es geschafft, morgens mit sehr viel Essen zu starten, ich bin anschließend so satt, dass ich keine Zwischenmahlzeit vermisse. Mittags freue ich mich dann auf mein Essen und abends reicht dann wirklich der Salat ganz ohne Brot.

Am Wochenende gibt es immer mal wieder leckere Pizza. Die wird entweder mit Hefeschmelz (Mehl, Wasser, Senf, Paprika, Salz, Fett und Hefeflocken) überbacken oder ohne (quais türkische Art) und anschließend mit einem frischen Salat sowie Sojajoghurt, den ich mit Zitronen- oder Limettensaft, Minze, weiteren Kräutern, Salz und Pfeffer und etwas Knoblauch gewürzt habe, gegessen.

Auch unterwegs ist es meist kein Problem mit der Ernährung. Hier und dort gibt es vegane Restaurants oder Imbisse, die auch vegane Speisen anbieten. Der Italiener lässt auf der Pizza eben den Käse weg und einen Salat finde ich auch immer. Viele Bäcker haben auch veganes Gebäck im Angebot.

Vitamine sowie, Eisen, Calzium, Folsäure, Spurenelemente und auch Eiweiß nehme ich genügend zu mir. Vorsorglich nehme ich jedoch ein Vitamin-B12-Präparat ein, damit ich dort auf der sicheren Seite bin. Mir geht es rundherum gut und ich freue mich immer wieder darüber, dass mein Essen mir so gut schmeckt. Somit werde ich wohl kaum jemals wieder in die so genannte normale Ernährung zurückfallen. Wozu auch? Fleisch habe ich eh nie so gerne gegessen. Wurst mochte ich nicht. Einzig Käse habe ich immer gerne gegessen. Doch nicht einmal der fehlt mir. Auch nicht dann, wenn mein Gegenüber welchen isst.

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