Es ist sehr traurig, dass gestern so viele Menschen bei dem Flugzeugabsturz gestorben sind. Und sicher treibt viele Menschen um, was zu dem Unglück beigetragen haben könnte. Der Mensch will Unbegreifbares begreifen, sucht einen Sinn in Dingen oder Geschehnissen, die einfach keinen Sinn ergeben.

Wer heute eine Zeitung aufschlägt, das Radio oder den Fernseher einschaltet oder ins Internet geht, wird allerdings konfrontiert mit mehr als Ursachenforschung oder Beileidsbekundungen. Da wird live zu Bergungsarbeiten geschaltet, es gibt Ticker, die angeblich im Minutentakt Neuigkeiten verbreiten, Zeugen- und Betroffenheitsberichte von allen möglichen Menschen.

Bildschirmfoto 2015-03-25 um 07.38.27 Hier ein Beispiel von n-tv vom 25. März. Hier gibt es einen Liveticker und der nächste Titel weist darauf hin, dass Behörden „makaberen Tourismus“ vermeiden wollen. So weit so gut. Wir haben uns wohl längst an Gaffer gewöhnt. Aber, und das meine ich jetzt ernst, trägt nicht genau eine solche Berichterstattung dazu bei, dass Menschen sich von dieser Art Sensationsjournalismus möglicherweise noch aufstacheln lassen?

Meine Frage hierzu: Muss es wirklich Liveticker geben, die uns ständig über angebliche Fortschritte bei den Bergungsarbeiten informieren? Wäre es nicht ausreichend, dass erst dann berichtet wird, wenn wirklich etwas Neues dazu gekommen ist? Wenn also vielleicht der zweite Flugschreiber gefunden wird, die Ursache für den Absturz ermittelt werden konnte? Mir kommt es so vor, als würden über diese – ich nenne es mal Wichtigtuerei – die Opfer und die Angehörigen in den Hintergrund gedrängt werden. Und ich finde, wir sollten den Angehörigen und Freunden die Gelegenheit zur Trauer geben, ohne dass ständig vermeintlich neue Schlagzeilen das Thema am Kochen halten.

Mir persönlich wäre eine neutrale Berichterstattung lieber.

Bildschirmfoto 2015-03-25 um 07.49.48 So etwas wie der Focus Online schreibt jedenfalls gehört für mich nicht in die Kategorie Qualitätsjournalismus. Ohne den Beitrag gelesen zu haben, kann ich sagen, dass (Ironiemodus on) ich auch dem Unglück entgangen bin, weil ich nicht an Bord war (Ironiemodus aus). Ja, es gibt immer wieder Menschen, die ein Flugzeug (oder Schiff, einen Bus, einen Zug oder eine sonstige Mitfahrgelegenheit) verpasst haben und dann nicht verunglücken. Nur welchen Nachrichtenwert hat denn bitte eine solche Geschichte? Es gibt wahrscheinlich auch Menschen, die verunglückten, weil sie ihren Flug nicht mehr erreicht haben. Sind das nun die nächsten Geschichten?

Bitte, liebe Mitmenschen, haltet einen Moment inne. Gedenkt der Opfer und steht den Angehörigen und Freunden bei. Das ist zur Stunde zu tun! Nicht aber zu spekulieren und damit Geld zu verdienen!

Das ist meine ganz persönliche Meinung!

Katharina Rosch

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