Braunschweig: Leonhardstraße |

Auch Busfahrer der Braunschweiger Verkehrs AG ignorieren am Leonhardplatz den Fahrradstreifen.
Auch Busfahrer der Braunschweiger Verkehrs AG ignorieren am Leonhardplatz den Fahrradstreifen.

Morgens halbacht in Braunschweig, Autoschlangen reihen sich auf den Hauptverkehrsadern in langen Schlangen hintereinander. Eine Ampelphase reicht lange nicht, um über eine Kreuzung zu kommen. Geduld ist gefragt. Wer dieses Spiel nicht mitmachen will, fährt mit dem Rad. Allerdings mit der Gefahr, von Autos abgedrängt und übersehen zu werden – so wie täglich am Leonhardsplatz. Übrigens einem Schulweg.

Wer täglich mit seinem Fahrrad in Braunschweig fährt, kann sicher ein Lied davon singen, wie oft er beinahe oder tatsächlich von einem Autofahrer beim Rechtsabbiegen übersehen wurde. Unaufmerksames Rechtsabbiegen gilt als häufigste Unfallquelle zwischen Autofahrern und Radfahrern. Besonders gefährlich sind Straßen, auf denen der Radweg jenseits der Straßen entlangführt, dazwischen Grünstreifen oder gar ein Parkstreifen.

Radfahrer gehören auf die Straße

Aus diesem Grund empfiehlt nicht nur der ADFC, dass Radfahrer auf die Straße gehören. Sie werden dort besser von den Autofahrern wahrgenommen. Entsprechende Verkehrspolitik sehen wir in Braunschweig. So dürfen Radler beispielsweise auf der Kastanienallee entlangfahren. Hinweisschilder machen den Autofahrer darauf aufmerksam.

Passat fährt bzw. steht auf dem Fahrradstreifen
Auf seinen Fehler hingewiesen antwortete der Autofahrer: „Links wollen andere Autos vorbei!“

Nach der Neugestaltung der Leonhardstraße ist dort nun ein Radfahrstreifen, also ein für die Radfahrer abgeteilter Bereich auf der Fahrbahn, entstanden. Erkennbar an einer dicken durchgezogenen Linie und Piktogrammen. Dieser Fahrradstreifen ist alleine Fahrradfahrern vorbehalten. Autos dürfen diesen nur queren, um auf den Parkstreifen rechts daneben oder auf ihre Grundstücke zu fahren.

Fahrradstreifen sind den Radfahrern vorbehalten

Entweder ist vielen Autofahrern diese Verkehrsregel nicht bekannt oder aber egal. Nichts anderes lässt sich vermuten, wer morgens die Leonhardstraße stadtauswärts beobachtet. Spätestens am Leonhardplatz fahren die Autos auf dem Fahrradstreifen und halten bei Rotphasen auch genau dort. Dass die Autofahrer damit Radfahrer gefährden,

Sind den Autofahrern die Verkehrsregeln egal? Sind sie sich darüber bewusst, dass sie Radfahrer gefährden?
Sind den Autofahrern die Verkehrsregeln egal? Sind sie sich darüber bewusst, dass sie Radfahrer gefährden?

reicht offenbar nicht als Grund, den Radstreifen frei zu lassen. Denn sonst würden nicht jeden Morgen dort Autos stehen. Manchmal weiter, manchmal weniger weit. Aber immer gefährlich für Radfahrer, die dort entlang radeln, selbst wenn der Platz zum Vorbeikommen noch gegeben ist. Autofahrer, die an der Kreuzung rechts abbiegen wollen, neigen schnell dazu, beim Anfahren noch einen weiteren Rechtsschlenker zu machen.

Zugegeben, bis zum Herbst 2017 gab es an der Kreuzung noch einen Bereich für Rechtsabbieger. Der ist allerdings im Zuge der Umgestaltung weggefallen. Die Stadt zeigt dem steigenden Radverkehr auch in verbesserten Verkehrswegeverbindungen für Radfahrer, dass sie ihrer Verantwortung gewahr werden will. Dennoch ist gerade am Schulweg Leonhardstraße ein neuer Gefahrenpunkt entstanden.

Dieser Artikel ist auch erschienen in unser38.de

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